Hochsensibilität-im Reitsport

Warum habe ich das Gefühl, dass ich komplett anders bin als andere? Warum bin ich so schnell reizüberflutet? Wieso ist mein Kind eigentlich anders als alle anderen Kinder? Das sind Fragen, die sich der ein oder andere sicher schon einmal gestellt hat.

Wenn ich zu Veranstaltungen oder Orten gehe, wo ich mich noch nicht auskenne taste ich mich langsam voran. Ich bin dann eine der Personen, die erst einmal kurz hinter der Tür im Raum stehen bleibt um anzukommen. Der Raum und jede einzelne Person wird erst einmal abgescannt. Jeden einzelnen Geruch und jedes kleinste Geräusch oder Gespräche von Mitmenschen nehme ich wahr und so bin ich schon vor Beginn einer Veranstaltung kurz vor der kompletten Überforderung. Mittlerweile weiß ich, wieso ich so bin wie ich bin und nutze meine Fähigkeiten für meine Arbeit als Pferdeosteopathin und Reitlehrerin.

Eine ganz besondere Persönlichkeit

Circa 15 bis 20 Prozent der Bevölkerung sind hochsensibel. „Hochsensible nehmen sich und ihre Umwelt intensiver und detailreicher wahr und verarbeiten diese Informationen mit einer tieferen Qualität als andere Menschen“, schreibt Birgit Trappmann, Verhaltenswissenschaftlerin und Philosophin.

1996 wurde das Phänomen von der US-Psychologin Elaine N. Aron gemeinsam mit ihrem Mann erstmals in einem wissenschaftlichen Artikel beschrieben. Bei diesem Phänomen handle es sich nicht um eine psychische Störung, sondern lediglich um ein vererbtes Persönlichkeitsmerkmal.

Das Gehirn von uns Menschen filtert Informationen nach der Relevanz. Deshalb gelangt für gewöhnlich nur ein kleiner Teil in unser Bewusstsein. Für den Menschen irrelevante Themen werden einfach ausgesiebt.
Das Hirn von Hochsensiblen hingegen funktioniert etwas anders und ist prinzipiell „grobmaschiger“. Mehr, teils auch irrelevante, Informationen gelangen ins Bewusstsein. Deshalb sind diese Menschen schneller reizüberflutet und sogar physisch erschöpft.

Was hat das Thema dann jetzt mit Pferden und Reiten zu tun?

Manche Kinder machen alles einfach mit, andere ticken einfach anders und werden dann von der Gesellschaft als verhaltensauffällig bezeichnet oder bekommen womöglich den Stempel AD(H)S aufgedrückt. Britta Hildebrand (Autorin des Buches: Mama, Papa – ich habe kein ADS. Ich bin hochsensibel) ist der Meinung, dass nur ein geringer Prozentsatz der diagnostizierten AD(H)S-Kinder tatsächlich einen pathologischen Befund haben.

Einige der auffälligen Kinder sind hektisch, laut und nicht müde zu bekommen, andere wiederum scheinen schüchtern, in sich gekehrt und wenig aufgeschlossen für Neues zu sein.
Diesen Kindern können Pferde mit ihrer intuitiven und ehrlichen Art helfen ihre Besonderheit anzuerkennen und den Zugang zu sich selbst und der eigenen Wahrnehmung zu finden. Denn..

  • Pferde sind wertfrei und nehmen alle Emofindungen als natürlich wahr
  • Pferde nehmen ihre Unwelt ebenso intensiv wahr wie hochsensible
  • Nur wer sensibel auf sein Pferd eingeht kann optimal mit ihm kommunizieren
  • Pferde schätzen den sensiblen, achtsamen und häufig intuitiven Umgang
  • Pferde stärken das Selbstvertrauen und helfen beim Annehmen der eigenen Hochsensibilität
  • Pferde bilden oft einen Ruhepol für uns Menschen

Von Pferden werden wir alle – ob groß, klein, alt oder jung – so angenommen wie wir eben sind. Es ist ihnen nicht wichtig, wer am schnellsten galoppiert, am höchsten springt oder am lautesten seine Meinung kund tut.

Weiterführende Links

Da ich kein Spezialist auf dem Gebiet bin und mich lediglich ansatzweise mit dem Thema Hochsensibilität beschäftigt habe, möchte ich euch im Folgenden die Personen verlinken auf deren Seiten ihr euch weiter in die Materie einarbeiten könnt.
Die US-Psychologin Elaine N. Aron hat einen speziellen Test entwickelt, der dir dabei hilft herauszufinden, ob du hochsensibel bist oder nicht.
Dieser Test ist auf Englisch:
http://hsperson.com/test/highly-sensitive-test/

Maria Anna Schwarzberg beschäftigt sich im deutschsprachigen Raum mit dem Thema Hochsenisibilität und hat den Test ins deutsche übersetzt. Außerdem hat sie den Podcast „Proud to be Sensibelchen“ ins Leben gerufen.
Dieser Test ist auf Deutsch:
https://sensibelchen.typeform.com/to/seivY8

Auf der Homepage von Birgit Trappmann gibt es sogar einen Test für Kinder.
/https://www.trappmann-korr.de/gratis-tests/kinder/hochsensitivit%C3%A4t/

Britta Hildebrand ist die Autorin des Buches: „Mama, Papa – ich habe kein ADS. Ich bin hochsensibel“ und bietet auch Onlinecoachings zum Thema Hochsensibilität und wie man damit glücklich leben kann an.
https://www.ich-bin-hochsensibel.com/

Für die Inhalte dieser Webseiten übernehme ich keine Haftung.

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